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m.reimold@gft-online.de

Warum du Mentor werden solltest

Du wirst sicherlich schon einmal Mentor gewesen sein. Nur wusstest du da noch gar nicht, dass das ein Mentoring war. Dabei ging es vielleicht ums Kochen, um deinen Garten, um Sport oder eine andere deiner Passionen. Unsere alltäglichen Begegnungen lassen uns entweder zum Ratgeber oder zum Empfänger des Rats werden. Hast du viel Erfahrung und Expertenwissen in einem gewissen Thema gesammelt, hast du jedenfalls das Zeug dazu in dem entsprechenden Bereich zu einem richtigen Mentor zu werden.

Wenn nun ein Mentee auf dich zukommt und fragt, ob du sein Mentor sein willst, was wird deine Antwort sein? Klar: Jemanden unter die Fittiche zu nehmen ist mit einiger Arbeit verbunden, doch es könnte sich für dich lohnen.

Zusammenfassung

Hier erfährst du, welche Vorteile du hast, wenn du selbst zum Mentor wirst. Zudem erläutere ich, welche Anforderungen auf dich zutreffen müssen um ein geeigneter Berater für deinen Mentee zu werden sowie welche Aufgaben dich im Mentorat erwarten.

  • Nutzen des Mentorings für den Mentor
  • Anforderungen an den Mentor
  • Aufgaben des Mentors

Die eigene Persönlichkeitsentwicklung im Mentoring ankurbeln

Selbst wenn du schon reichlich Erfahrung gesammelt hast, können die Ansichten eines Mentees dich zu neuen Erkenntnissen bringen. Du reflektierst deinen beruflichen Werdegang sowie deinen eigenen Arbeitsstil. Das offene wie kritische Feedback des Mentees kannst du dafür nutzen, dein Arbeitsverhalten und deine Mentalität zu überdenken.

Zwar bist du der offizielle Ideengeber in dieser Mentor-Mentee-Beziehung. Der Input und die unterschiedlichen Impulse deines möglichen Schützlings können aber auch deinen Horizont mit neuen Ansichten erweitern: Ein oft behandeltes Thema innerhalb der Mentoring-Beziehung ist beispielsweise Macht und Einfluss. Diese seltene Gelegenheit über Hierarchien mit jemandem zu reden, der sich augenscheinlich noch am Anfang seiner Karriere befindet, sollte sich kein Mentor entgehen lassen.

Was beim Mentoring ebenfalls profitieren wird, sind deine Coaching- und Beratungs-Skills. Bekanntlich musst du als Mentor nicht nur reden, sondern genauso gut zuhören können und empathisch sein. Das Mentoring-Programm bietet also die perfekten Übungsstunden, um an diesen Kompetenzen zu feilen. Nachkommende Mentees werden dir es genauso danken, wie jede andere Person aus deinem Umfeld, die dich wieder über deinen grünen Daumen ausfragen will.

Mit Mentoring sich neu vernetzen

Besonders wenn du Freude daran hast, dein Wissen und deine Erfahrungen mit anderen zu teilen, sollte dir die Betreuung eines Mentees nicht allzu schwer fallen. Ganz nebenbei gelingt es dir mit Hilfe deines Schützlings, einen Draht zu der (meist) jüngeren Generation aufzubauen. Die Vernetzung über diese Mentees mit anderen Mentoren indes führt zu weiteren neuen Ansichten und Impulsen, welche dich zu einer beruflichen Neu-Entwicklung anspornen können.

Zuletzt pflegst du mit Mentoring das Image der einflussreichen und guten Führungskraft – sofern natürlich deine Beziehung zum Mentee intakt und das Mentoring-Programm von Erfolg gekrönt ist. Findet das Mentorat innerhalb deines eigenen Unternehmens statt, kannst du zudem aktiv Einfluss auf die Förderung qualifizierter Nachwuchskräfte nehmen und diese für dich oder das Unternehmen gewinnen.

Deine Anforderungen und Aufgaben als Mentor

Du hast schon viele Schlachten geschlagen und hast bereits die Karriereleiter erklommen. Solltest du dennoch das Gefühl haben, weiteres Potential freisetzen zu können, ist ein Mentorat womöglich das Richtige für dich. Zwar steht die Förderung des Mentees im Mittelpunkt – du profitierst als Mentor aber gleichzeitig genauso. Um deine Aufgaben als Mentor gewissenhaft auszuführen, musst du dich im Vorfeld eine Reihe an Fragen stellen:

  • Bist du motiviert, andere Menschen bei ihrer Entwicklung zu unterstützen?
  • Hast du Interesse an deiner persönlichen Weiterentwicklung?
  • Willst du dein eigenes Netzwerk weiter ausbauen?
  • Möchtest du deine eigenen Sozialkompetenzen fördern?

Bei dir muss auf jeden Fall das ausdrückliche Interesse vorhanden sein, zur Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung deines Mentees beizutragen. Hierfür brauchst du logischerweise ein angemessenes Maß an Lebens- und Berufserfahrung – das Mentoring wäre sonst nur von kurzer Dauer. Deine Aufgabe ist es, dein Wissen über Regeln und Strukturen in der Branche an deinen Mentee weiterzugeben. Dafür musst du als Mentor natürlich Gefallen daran finden, über diese Dinge zu reden.

Neben deinem Insiderwissen zur jeweiligen Branche solltest du dem Mentee auch dein umfangreiches Netzwerk bereitstellen oder dieses für ihn nutzen. Das wird insbesondere dann wichtig, wenn deine vorgeschlagenen Strategien zum Erreichen der Ziele ein breites Netzwerk benötigen.

Ein Mentor mit Sozialkompetenz und Empathie

Dein fachliches Wissen ist im Mentorat unentbehrlich – zu gutem Mentoring gehört aber auch eine gehörige Portion an Sozialkompetenz. Wollen du und dein Mentee erfolgreich sein, müsst ihr harmonieren. Das gelingt nur bei gegenseitigem Entgegenkommen. Denn hinsichtlich der  hierarchischen Rangordnung seid ihr in dieser Mentor-Mentee-Beziehung gar nicht so weit auseinander. Die Unterschiede zwischen euch beiden liegen hauptsächlich im ungleichen Erfahrungshorizont begraben.

Somit wird es vermutlich früher oder später zwischen euch beiden zu einer unausweichlichen Konfliktsituation kommen. Hierbei gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren und Kompromisse zu finden. Ihr wollt gemeinsam ein Ziel erreichen? Dann kooperiert! Das Feedback des Mentees darf nicht leichtsinnig zurückgewiesen werden. Nimm seine Rückmeldungen daher ernst: Auch du kannst vom Mentee viel Neues lernen.

Gehe also auf Wünsche und Anmerkungen deines Schützlings ein und unterstütze ihn bei der Zielfindung, sollte diese noch nicht abgeschlossen sein. Deine Empathie sollte dementsprechend ausgeprägt sein, um einschätzen zu können, wie dein Mentee tickt und welche Bedürfnisse dieser hat. Als guter Mentor solltest du dich demnach in seine Perspektive hineinversetzen können.

Dem Mentee (nicht zu viel) Freiraum lassen

Unterstütze deinen Mentee dabei, ein Bewusstsein für seine eigenen Stärken zu schaffen. Sichtbar werden diese besonders dann, wenn der Mentee nicht immer deinem Rat folgt – lass ihn diese eigenen Erfahrungen machen. Fehler zu machen gehört dazu. Ansonsten ist es die perfekte Gelegenheit um herauszufinden, welche Kompetenzen beim Mentee bereits gut ausgeprägt sind und wo es noch Defizite gibt. Auf beiden soll der Fokus der weiteren Entwicklung liegen. Der Umgang mit Schwächen soll gelernt und das Ausspielen der Stärken perfektioniert werden.

Tauchen beim Mentee persönliche Probleme auf, nimm dir ausreichend Zeit für ihn. Vor allem in diesen Momenten und bei anstehenden bedeutenden Entscheidungen sind dein Rat und deine Erfahrung von großer Wichtigkeit. Bist du dagegen dauerhaft nicht oder nur unzuverlässig zu erreichen, geht nicht nur die Motivation des Mentees flöten – du lässt ihn im Stich und verfehlst damit deine Aufgaben als Mentor komplett.

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